17.06.2015

Art wem ok - Ein Balanceakt zeitgenössischer Bildhauerei

Studierende der Kunsthochschule Mainz im dreidimensionalen Dialog mit der Galerie der HBKsaar und deren Besuchern – kuratiert von Studierenden der HBKsaar, Eröffnung: Mittwoch, 17. Juni 2015, 19 Uhr


abgebildete Arbeit von: Imran Utku, Foto: Katja Groß

abgebildete Arbeit von: Larissa Frömel, Foto: Katja Groß

abgebildete Arbeit von: Iva Proschniewsky, Foto: Katja Groß

Aus dem der zeitgenössischen Bildhauerei zur Verfügung stehenden breiten Spektrum an formalen Möglichkeiten, Techniken, Medien und Materialien schöpfend, präsentieren Studierende der Mainzer Kunsthochschulklasse von Tamara Grcic am Mittwoch, dem 17.Juni, um 19 Uhr, in der Galerie der HBKsaar, die individuellen künstlerischen Spuren ihres bildhauerischen Schaffensprozesses.

 

Das Ausbalancieren der eigenen Befindlichkeiten, künstlerischen Anliegen und Überzeugungen sowie deren plastische, skulpturale oder mediale Umsetzung gelang den jungen Kunstschaffenden im kommunikativen Zusammenspiel mit dem Kuratorinnen-Team der HBKsaar unter Leitung von Leonore Leonardy. Als ein ambivalentes Beziehungsgeflecht wird das Verhältnis zwischen Künstler und Kurator beschrieben. Die Ausstellung „art wem ok“, ein Anagramm des Seminar-Titels „Teamwork“, soll das produktive Potential dieser Kooperation und ihre Dynamik in den Fokus rücken.

 

Die Vielfalt der Werdegänge, kulturellen Identitäten, Altersstufen und Studienziele der Teilnehmenden spiegelt sich in den Formen, Ideen und Materialien ihrer Arbeiten wider und ist zugleich Indiz für die gewaltige Bandbreite aktueller bildhauerischer Ausdrucksmöglichkeiten und zeitgenössischer Kunstsprachen, unter deren Einfluss die jungen Künstler stehen und auf die sie sich beziehen.

 

Die Wahl eines spezifischen Mediums, eines Materials oder eines künstlerischen Inhaltes kann die Identität des Künstlers verkörpern, der sich mit seinem Herkunftsland verortet oder mit seiner Arbeit Bezug auf den das Werk umgebenden Ausstellungsraum nimmt und somit den Zugang zum Rezipienten findet. Indem manche Arbeiten den örtlichen Gegebenheiten der Galerie der HBKsaar nachspüren und ihr einen neuen Wert hinzufügen, eröffnen sie zugleich einen Raum für die Reflexionen des Betrachters.

 

Die Studierenden erforschen die Grenzen der Bildhauerei und ihres eigenen Schaffens, sie gestalten fließende Übergänge zwischen verschiedenen Medien und Kunstdisziplinen und verstärken durch Bewegtbilder und akustische Elemente die sinnliche Erfahrung. Traditionelle bildhauerische Herangehensweisen und archaisch anmutende Plastiken halten sich die Waage mit Video-, Foto-, Licht- und Soundinterventionen. Naturmaterialien und fragil anmutende organische Gebilde haben ihre Berechtigung neben neuen Materialien, die uns in unserem modernen Alltag umgeben.

 

In bisweilen philosophisch-intellektuellen und konzeptuellen Herangehensweisen, aber auch typografisch, oder in ästhetisch-formalen Objekten kommt die Auseinandersetzung der angehenden Künstler mit dem zeitgenössischen Problem der Identität, der Herkunft und der Zeit sowie des Individuums und der Gemeinschaft zum Ausdruck. Fragen nach der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft sowie den Möglichkeiten zwischenmenschlicher Kommunikation im digitalen Zeitalter kommen inhaltlich zum Tragen, werden aber auch durch die Gegenüberstellung neuer und traditioneller Medien veranschaulicht.

 

Das Spiel mit den sehr unterschiedlichen künstlerischen Herangehensweisen und individuellen Standpunkten bringen die jungen Kuratorinnen im Balanceakt dieser Gemeinschaftsausstellung ins Gleichgewicht. Sie komponieren ein Gesamtgebilde aus extrem unterschiedlichen Elementen, das die Achtsamkeit des Besuchers herausfordert und die zugrundeliegende Konzentration und Spannung erfahrbar macht.

 

Eine der künstlerischen Positionen entsteht durch einen performativen Prozess im Verlauf der Ausstellungseröffnung am 17. Juni 2015.

 

Darüber hinaus sind fußläufig zur HBKsaar vom 18. bis 27. Juni 2015 weitere studentische Arbeiten in der Kunstkapelle im Cusanushaus zu sehen. 24 Studierende im zweiten Semester der Hochschule Niederrhein, FB Design, haben sich unter Leitung von Mathias Lanfer auf vielfältige Weise mit dem Thema "Der Biofilm als globale Putzkolonne: Experimentelle Gestaltung Mikro-/Makrokosmos" auseinandergesetzt. Die Vernissage der Ausstellung "Ferncouch Inc" findet ebenfalls statt am Mittwoch, 17. Juni, jedoch bereits um 17:30 Uhr.

 

Mit Arbeiten von Studierenden der Bildhauereiklasse Tamara Grcics: Lina Brumme, Alice Diehm, Larissa Frömel, Giacomo Johannes Frey, Hyukjun Kwon, Jueun Lee, Antonia Nieselt, Iva Proschniewski, Imran Utku, Eleni J. Wittbrodt, Jin A Yang

 

verantwortlich: Leonore Leonardy

kuratiert von: Nadine Brettar, Marion Cziba, Katja Groß, Katrina Schmitz-Roeckerath, Irina Schulze

 

 

Art wem okay - Ein Balanceakt zeitgenössischer Bildhauerei

 

Eröffnung: 17.06.2015, 19 Uhr

Ausstellungsdauer: 17. - 27.06.2015

 

Galerie der HBKsaar

Keplerstraße 5, 66117 Saarbrücken

0681- 92652 -143 | galerie@hbksaar.de

hbksaar.de/galerie

 

Öffnungszeiten: Mi - Fr, 17 - 20 Uhr, Sa 12 - 18 Uhr, zusätzliche Termine nach Vereinbarung